Engine & Release

clrsrc 1.3.0: schärfere Suche, sauberere Endspiele

2026-07-16 · Lesezeit ~3 min

Version 1.3.0 der Schach-Engine clrsrc ist da - und diesmal bleibt das neuronale Netz unangetastet. 1.3.0 ist ein reines Such- und Endspiel-Release: Alle Verbesserungen stecken in der Suche selbst und darin, gewonnene Stellungen sauber zu Ende zu rechnen. Kein neues Netz, kein Umtrainieren - einfach eine Engine, die einen Tick klarer denkt.

Die Suche

Die auffälligste Änderung betrifft die Singular Extensions - eine Suchtechnik, die besonders vielversprechende Züge gezielt tiefer betrachtet. Wir haben sie abgeschaltet. Im Selbstspiel ist das bei unseren Bedenkzeiten ein messbarer Gewinn: Die Engine steckt die gesparte Zeit lieber in eine gleichmäßig tiefere Suche über alle Züge. Wer die Vorgeschichte dazu mag - genau diese Erkenntnis war schon der Kern von „Der tragende Bug"; 1.3.0 zieht daraus die konsequente Linie.

Endspiele sauber zu Ende gedacht

Zwei Änderungen sorgen dafür, dass klar gewonnene Stellungen auch zuverlässig verwertet werden:

  • Verwertungs-Zeit. In eindeutig gewonnenen Endspielen zieht die Engine nicht mehr vorschnell, sondern nimmt sich die Zeit, die Konvertierung sauber auszurechnen - der Weg zum Ziel wird zu Ende gedacht, statt ihn dem Zufall zu überlassen.
  • Sauberere Tablebase-Wertung. Gewinne aus den Endspiel-Tablebases bekommen ein eigenes Wertungsband. Damit lassen sich sichere Tablebase-Gewinne klar von normalen Vorteilen unterscheiden, und die Engine steuert konsequenter darauf zu.

Korrekte Matts

Auch bei der Matt-Meldung wird 1.3.0 genauer:

  • „Matt in N" nur für echte Matts. Die Ansage „Matt in N" erscheint jetzt ausschließlich für tatsächliche Mattfolgen - nicht mehr für andere hohe Bewertungen, die nur wie ein Matt aussahen.
  • Korrektes Grenz-Matt. Ein Matt, dessen Schlusszug den Zähler der 50-Züge-Regel exakt erreicht, zählt jetzt als Matt - und nicht länger als verschenktes Remis. Ein seltener, aber echter Grenzfall, der nun richtig entschieden wird.

Unter der Haube

Dazu kommen zwei Robustheits-Arbeiten ohne großen Auftritt: ein widerstandsfähigeres Laden des NNUE-Netzes und etwas Hygiene im Eröffnungsbuch. Beides fällt im Betrieb nicht auf - genau das ist der Punkt.

Der komplette Release liegt wie immer offen auf GitHub: clrsrc 1.3.0. Die Engine im Live-Betrieb siehst du auf der Live-Seite.


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