clrsrc 1.3.0: schärfere Suche, sauberere Endspiele
Version 1.3.0 der Schach-Engine clrsrc ist da - und diesmal bleibt das neuronale Netz unangetastet. 1.3.0 ist ein reines Such- und Endspiel-Release: Alle Verbesserungen stecken in der Suche selbst und darin, gewonnene Stellungen sauber zu Ende zu rechnen. Kein neues Netz, kein Umtrainieren - einfach eine Engine, die einen Tick klarer denkt.
Die Suche
Die auffälligste Änderung betrifft die Singular Extensions - eine Suchtechnik, die besonders vielversprechende Züge gezielt tiefer betrachtet. Wir haben sie abgeschaltet. Im Selbstspiel ist das bei unseren Bedenkzeiten ein messbarer Gewinn: Die Engine steckt die gesparte Zeit lieber in eine gleichmäßig tiefere Suche über alle Züge. Wer die Vorgeschichte dazu mag - genau diese Erkenntnis war schon der Kern von „Der tragende Bug"; 1.3.0 zieht daraus die konsequente Linie.
Endspiele sauber zu Ende gedacht
Zwei Änderungen sorgen dafür, dass klar gewonnene Stellungen auch zuverlässig verwertet werden:
- Verwertungs-Zeit. In eindeutig gewonnenen Endspielen zieht die Engine nicht mehr vorschnell, sondern nimmt sich die Zeit, die Konvertierung sauber auszurechnen - der Weg zum Ziel wird zu Ende gedacht, statt ihn dem Zufall zu überlassen.
- Sauberere Tablebase-Wertung. Gewinne aus den Endspiel-Tablebases bekommen ein eigenes Wertungsband. Damit lassen sich sichere Tablebase-Gewinne klar von normalen Vorteilen unterscheiden, und die Engine steuert konsequenter darauf zu.
Korrekte Matts
Auch bei der Matt-Meldung wird 1.3.0 genauer:
- „Matt in N" nur für echte Matts. Die Ansage „Matt in N" erscheint jetzt ausschließlich für tatsächliche Mattfolgen - nicht mehr für andere hohe Bewertungen, die nur wie ein Matt aussahen.
- Korrektes Grenz-Matt. Ein Matt, dessen Schlusszug den Zähler der 50-Züge-Regel exakt erreicht, zählt jetzt als Matt - und nicht länger als verschenktes Remis. Ein seltener, aber echter Grenzfall, der nun richtig entschieden wird.
Unter der Haube
Dazu kommen zwei Robustheits-Arbeiten ohne großen Auftritt: ein widerstandsfähigeres Laden des NNUE-Netzes und etwas Hygiene im Eröffnungsbuch. Beides fällt im Betrieb nicht auf - genau das ist der Punkt.
Der komplette Release liegt wie immer offen auf GitHub: clrsrc 1.3.0. Die Engine im Live-Betrieb siehst du auf der Live-Seite.